Horn-Lautsprecher Historie

Schon Thomas Edison stattete seinen Phonographen 1877 mit einem Horn aus Blech aus, um die feinen Schwingungen seines Tonabnehmers bis auf hörbare Lautstärke zu verstärken. Da die Schallübertragung zu dieser Zeit in Ermangelung elektrischer Möglichkeiten rein mechanisch erfolgte, war der Horntrichter unmittelbar mit dem Tonarm des Phonographen verbunden und unterlag daher gewissen Beschränkungen hinsichtlich Größe und Gewicht.

Die meisten Grammophone aus der Zeit bis 1912 waren mit konischen Trichtern ausgestattet, aber auch zahlreiche andere Hornkurven wurden meist recht willkürlich produziert, ohne sich um die akustischen Grundlagen der Horntheorie zu kümmern. Das verwundert um so mehr, als Lord Rayleigh bereits 1878 im Rahmen seines Grundlagenwerkes “Theory of Sound” auch dem Thema Hornlautsprecher ein Kapitel widmete (”transmission of acoustic waves in pipes of varying crossection”). Übrigens stellte er fest, dass das Problem der Schallausbreitung in Trichtern nicht exakt sondern nur näherungsweise lösbar ist.

Seit 1912 wurden auch Falthörner in Grammophone eingebaut, d.h. die Trichter wurden zusammengefaltet, um im Korpus des Gerätes untergebracht werden zu können. Der Hornaustritt lag bei diesen Geräten auf der Frontseite unterhalb des Laufwerks.

Anfang der 1920er Jahre setzten Hanna, Slepian, Wilson u.a. die Überlegungen von Lord Rayleigh erstmals in die Praxis um und arbeiteten sie weiter aus. Mit der Erfindung des dynamischen Lautsprechers wurden die Hornkonstruktionen räumlich unabhängig vom Tonarm des Grammophons. Sie wurden jetzt bevorzugt zur Beschallung von Kinos und Theatern eingesetzt, aber auch im Heimbereich kamen die unterschiedlichsten Konstruktionen zur Anwendung. Hornfaltungen aus dieser zeit von Voigt, Lowther und Klipsch erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit.

Mit dem Aufkommen wirkungsgradstarker dynamischer Schallwandler mit Permanentmagneten, vor allem aber mit der Verbreitung von Verstärkerschaltungen mit recht hohen Ausgangsleistungen, zunächst in Röhren-, später in Halbleitertechnik, wurden Hornlautsprecher für den Baßbereich entbehrlich. Während Mittel- und Hochtonhörner sich behaupten konnten, starben die großen Baßhörner für Beschallungsanlagen aus. Nur wenige Horn-Exoten von Klipsch, Lowther, Tannoy und einigen kleineren Anbietern werden heute noch produziert. Sie kommen vornehmlich im Hifi-Bereich zum Einsatz. Ihrer vergleichsweise kleinen, aber treuen Fangemeinde, die sich an den großen Gehäusen nicht stört, bieten sie die explosive Baßdynamik, die mit keiner anderen Lausprecherkonstruktion erreichbar ist.

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